"Astloch"

Hjördis Baacke


Beipackzettel

Bei einem ersten und nur flüchtigen Blick auf die gegenständliche Malerei Hjördis Baackes, könnte der Eindruck entstehen, man habe es bei der Bildsprache mit einer in die heutige Zeit transformierten Romantik zu tun.

Den Betrachter locken impressionistische Teiche, japanische Holzschnitthimmel und Einblicke in Biedermeierlandschaften. Diesen Bildelementen werden Szenen aus unserer aktuellen Lebenswelt beigesellt.

Aber bei näherer Betrachtung spürt man, daß die Idylle trügt. Da werden  sich heute wieder wachsender Beliebtheit erfreuende Parolen wie beispielsweise - „zurück zur Natur“ -  fast unmerklich mit einem ironischen Tau überzogen. Auch tauchen auf den Bildern Figuren auf, die sonderbar an den Duktus der Malerei der deutschen Romantik  erinnern, ohne dass sie jedoch den Eindruck von metaphysischer Glückseeligkeit ausstrahlen.
Auch wenn die Bild-Szenerien Hjördis Baackes teilweise fast lieblich erscheinen, findet eine Überhöhung der Naturschönheit nicht statt – Heilsversprechen werden verweigert.

Man weiß nicht genau wie, aber es gelingt Hjördis Baacke, ausgerechnet durch ihre romantische Formensprache, gepaart mit einem soliden Maß Verfremdung – die Dogmen der sich allgemein wieder ausbreitenden Antiaufklärung spürbar zu machen.

Besondere Aufmerksamkeit verdient im Zusammenhang mit Ihrer Malerei auch der soziologische Aspekt. Schließlich gehören potentielle Galeriebesucher und Naturliebhaber in besonderem Maße dem gleichen kulturellen Milieu an. Hier verrät sich auch ein feiner Sportsgeist.

Aus den Bildern von Hjördis Baacke lächelt uns ein postmoderner Wolf - der übrigens genau um seine eigene Herkunft weiß - im romantischen Schafspelz an.